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Kurzfristig B.
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Kurzfristige Beschäftigung

 
Beschäftigungen sind kurzfristig wenn der Arbeitnehmer gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend, beschäftigt wird. Sie müssen jedoch vertraglich oder nach Art des Beschäftigungsverhältnisses (z.B. Ferienzeit, Urlaubsvertretung, Erntehelfer) begrenzt sein.

1 Lohnsteuer

Der Arbeitslohn für kurzfristig Beschäftigte ist lohnsteuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann entweder über die Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers erhoben werden oder pauschal mit 25 % abgeführt werden.

1.1 Lohnsteuerkarte

Liegt eine Steuerkarte vor, gibt es keine Begrenzung des gezahlten Arbeitslohns. Für die Besteuerung gelten die Merkmale der vorgelegten Lohnsteuerkarte.

1.2 Pauschalierung

Die Lohnsteuer kann mit 25 % pauschal versteuert werden, wenn

* der Arbeitnehmer gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt wird und

* die Dauer der Beschäftigung über 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht hinausgeht und

* der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer durchschnittlich 62 EUR je Arbeitstag nicht übersteigt (Ausnahme: unvorhersehbarer Bedarf an Arbeitskräfte) und

1.3 Gelegentliche Beschäftigung

Eine gelegentliche, nicht wiederkehrende Beschäftigung liegt vor, wenn die Aushilfskraft nur bei Bedarf beschäftigt wird und keine Wiederholungen vereinbart werden.

1.4 18-Tage-Zeitraum

Bei der Umrechung auf Kalendertage erweitert sich der 18-Tage-Zeitraum um arbeitsfreie Wochenenden, Feiertage, usw., an denen kein Lohn gezahlt wird.

1.5 Tageslohngrenze

Bei der Berechnung der durchschnittlichen Tageslohngrenze von 62 EUR ist von der Beschäftigungsdauer auszugehen. Zur Beschäftigungsdauer gehören Zeiträume in denen der Arbeitslohn fortgezahlt wird (Urlaub, Krankheit und gesetzliche Feiertage) und die Kalendertage eines arbeitsfreien Wochenendes oder Feiertag an denen kein Arbeitslohn gezahlt wird.

Datum

1.7.

2.7.

3.7.

4.7.

5.7.

6.7.

7.7.

8.7.

9.7.

10.7.

11.7.

...

24.7.

25.7.

 

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Mo

Di

Mi

Do

...

Mi

Do

18-Tage Zeitraum

1. Tag

2. Tag

Frei, unbezahlt

4. Tag

5. Tag

Frei, unbezahlt

Frei, unbezahlt

6. Tag

Frei, unbezahlt

7. Tag

8. Tag

...

17. Tag

18. Tag

Beschäftigungsdauer

1. Tag

2. Tag

3. Tag

4. Tag

5. Tag

6. Tag

7. Tag

8. Tag

9. Tag

10. Tag

11. Tag

...

24. Tag

25. Tag

 

2 Sozialversicherung

Die Beschäftigung ist sozialversicherungsfrei, wenn:

* das Arbeitsentgelt regelmäßig 400 EUR im Monat nicht übersteigt (bis 31. März 2003 ist die Höhe des Entgelts nicht relevant)

* die Beschäftigung höchstens 2 Monate oder 50 Tage im Kalenderjahr dauert (bis 31. März 2003 galt das Jahr mit 12 Monaten, nicht das Kalenderjahr)

* nicht berufsmäßig ausgeführt wird und

* keine regelmäßige Beschäftigung darstellt, die Beschäftigung ohne Wiederholungsabsicht vereinbart wurde.

2.1 Meldepflicht

Die Aufnahme und die Beendigung einer kurzfristigen Beschäftigung muss der Bundesknappschaft in Essen gemeldet werden. Bis 31. März 2003 musste an die Krankenkasse des Arbeitnehmers gemeldet werden. (Siehe auch: SV-Meldung)

Gesetzliche Änderungen zum 01.01.2006

* Online-Meldeverfahren

Bereits seit dem 01.01.2005 sind Arbeitgeber und Unternehmer verpflichtet, Lohnsteuerbescheinigungen sowie Lohnsteuer- und Umsatzsteuer(vor)anmeldungen elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln.

Ab dem 01.01.2006 sind nun auch Sozialversicherungsmeldungen und Beitragsnachweise an die gesetzlichen Kassen (inkl. Minijob-Zentrale) zu übermitteln. Dies bedeutet, dass Meldungen und Beitragsnachweise nicht mehr manuell abgegeben werden dürfen. Das Einreichen von Papierbelegen oder deren Übermittlung per Telefax ist nicht mehr zulässig. Ebenso werden von den Einzugsstellen ab Anfang 2006 auch keine Datenträger (z.B. Diskette, Magnetband, CD-ROM) mehr angenommen. Dieses Verfahren wurde in der Vergangenheit häufig für die Abgabe der Jahresmeldungen genutzt, fällt nun aber komplett weg. Das Meldeverfahren soll somit einfacher und schneller abgewickelt werden. Den gesetzlichen Kassen wird die Möglichkeit gegeben, Rückmeldungen schnell und gezielt an alle Arbeitgeber zu kommunizieren.

* Vorgezogene Beitragsfälligkeit

Ab 01.01.2006 sind die Sozialversicherungsbeiträge früher an die gesetzlichen Kassen abzuführen. Die Sozialversicherungsbeiträge werden in voraussichtlicher Höhe der Beitragsschuld bereits am drittletzten Bankarbeitstag im laufenden Monat fällig. Der Folgemonat als Fälligkeitsmonat ist dann Vergangenheit. Zu zahlen ist bereits in dem Monat, in dem die Beschäftigung, mit der das Arbeitsentgelt erzielt wird, ausgeübt worden ist oder als ausgeübt gilt. Steht zu diesem Zeitpunkt das Arbeitsentgelt, das der Beschäftigte im jeweiligen Monat erzielen wird, noch nicht fest, sind die Beiträge für den Monat zu schätzen ("voraussichtliche Beitragsschuld"). Die Differenz zwischen den geschätzten Beiträgen und den sich aus dem tatsächlichen Entgelt ergebenden tatsächlichen Beiträgen eines Monats hat der Arbeitgeber zum Fälligkeitstermin im Folgemonat auszugleichen.

Übergangsregelung:

Gemäß der bislang gültigen Fälligkeitsregelung werden die Beiträge für Dezember 2005 spätestens zum 15.01.2006 fällig. Die Beiträge für Januar 2006 werden aber aufgrund der neuen Fälligkeitsregelung spätestens zum drittletzten Bankarbeitstag bereits zum 27.01.2006 fällig. Arbeitgeber werden also im Januar 2006 doppelt mit der Abführung der Gesamtsozial-versicherungsbeiträge beschäftigt sein. Damit die Arbeitgeber im Januar 2006 nicht über Gebühr belastet werden, können sie eine Übergangsregelung (vgl. § 119 SGB IV) nutzen. Danach kann die Zahlung des Ende Januar 2006 fälligen Beitrags auf die Monate Februar bis Juli 2006 (zu sechs gleichen Teilen) verteilt werden.

Die Kenntnis des tatsächlichen Beitragssolls sollte unproblematisch sein, da das erste Sechstel erst mit der voraussichtlichen Beitragsschuld für Februar 2006 (am 24.02.2006) fällig wird und bis dahin die Entgeltabrechnung für Januar abgeschlossen sein sollte. Als positiver Nebeneffekt ergibt sich aus dieser Übergangsregelung, dass für den Januar 2006 erst gar kein voraussichtliches Beitragssoll ermittelt werden muss. Um die Übergangsregel nutzen zu können, müssen Sie hierzu nur fristgerecht einen "Null-Beitragsnachweis" für Januar 2006 an alle gesetzlichen Kassen senden, an die Sie Beiträge abführen. Ein Antrag bei der zuständigen Einzugsstelle ist nicht notwendig. Die Übergangsregelung gilt einheitlich für die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Sie ist auch für die Pauschalbeiträge der geringfügig entlohnten Beschäftigten maßgebend, die nicht im Rahmen des Haushaltsscheckverfahrens entrichtet werden.

Machen Sie von der Übergangsregelung Gebrauch, so können Sie diese nur einheitlich gegenüber allen Einzugsstellen praktizieren. In den Folgemonaten (Februar bis Juli 2006) ist dann jeweils ein Sechstel der Januar-Beitragsschuld mit an die Kassen zu überweisen. Wer den erhöhten organisatorischen Aufwand nicht scheut, kann als Arbeitgeber durch diese Übergangsregelung vermeiden, im Januar 2006 doppelt zur Kasse gebeten zu werden.

Begleichung der vollständigen Beitragsschuld vor Ablauf des Monats Juli 2006

Der für den Monat Januar 2006 zu zahlende (tatsächliche) Beitrag kann demnach auf die dem Januar folgenden Monate in sechs gleiche Teile verteilt werden. Es ist allerdings zulässig, dass der Arbeitgeber zu einem früheren Zeitpunkt den Januar-Restbeitrag in voller Höhe begleicht.

Vereinfachung bei der Abrechnung von Sozialversicherungsbeiträgen

Arbeitgeber sollen ab dem 01.01.2007 einheitlich die Möglichkeit erhalten, für die Zahlung der voraussichtlichen Beitragsschuld des laufenden Monats auf das Rechnungsergebnis des Vormonats abstellen zu können. Diese Klarstellung ist erforderlich geworden, weil es bislang für die Unternehmen nicht möglich war, die Beitragsschuld auch durch pauschale Abschläge zu erfüllen. Das Verfahren soll u.a. Unternehmen entlasten, die durch häufige Mitarbeiterwechsel monatlich geänderte Abrechnungen zu erstellen haben. Unternehmen, die gleich bleibende Löhne und Gehälter zahlen, führen ihre Beiträge wie bisher ab.

 

 

 

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Stand: Januar 2012